Breitensport in der RFO

Die Vielseitigkeit der reiterlichen Ausbildung hat in der Reit- und Fahrschule Oldenburg von jeher Tradition und genießt auch heute nach wie vor Priorität. Mit dem Umzug der RFO aus dem Stadtzentrum in den Stadtrand im Süden Oldenburgs im Jahr 1967 wurde die notwendige Grundlage für die praktische Umsetzung dieses Anspruchs geschaffen. Die großzügige Reitanlage in Bümmerstede ermöglicht mit einer 20 x 80 Meter großen Reithalle, einem großen Außenreitplatz, der für Dressur- und Springreiten gleichermaßen geeignet ist, einem Longierplatz, Paddocks für den Auslauf der Pferde, nahe gelegenen Weiden und nicht zuletzt dank der Nähe eines wunderschönen Geländes mit einem kilometerlangen Reitwegenetz die Nutzung eines breit gefächertes Angebots für Pferdefreunde und Anhänger des Reitsports. Die gelungene Verbindung des Vereins mit dem gewerblichen Betrieb der Reit- und Fahrschule Oldenburg, Ausbildungs- und Pensionsstall Andreas Hunger im Jahr 1994 hat dem Reiten als Breitensport in der RFO erneut zu einem großen Aufschwung verholfen. Die RFO zählt heute ca. 380 Mitglieder und zieht aufgrund ihrer stadtnahen und damit verkehrstechnisch günstigen Lage insbesondere Kinder und Jugendliche an. Pferdewirtschaftsmeister Andreas Hunger stellt 4-5 Ponys sowie 7 Pferde zur Ausbildung der Reitschüler zur Verfügung und erteilt mit seinem Team Reitunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene und bildet darüber hinaus auch Pferde aus.

Die Kleinsten können in der RFO erste Kontakte zum Pferd auf Augenhöhe aufnehmen. Paul ist ein ca. 60 cm großes Mini-Shetty. Wer ihn kennt, liebt ihn. Die Jugendlichen haben ihn auf dem Pferdemarkt durch Spenden von Vereinsmitgliedern erstanden und Andreas Hunger hat ihm ein Zuhause gegeben. „Pauli“ ist für jeden Spaß zu haben und der perfekte Partner für kleine Spaziergänge oder auch zum Knuddeln und Schmusen. Die jüngeren Kinder beginnen ihre reiterliche Ausbildung in der Regel beim Voltigieren. Die Voltigierabteilung der RFO genießt einen über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannten Ruf, da sie Deutsche Meister, Europa- und sogar Weltmeister hervor gebracht hat. Einsteiger und fortgeschrittene Voltigierer trainieren an vier Tagen der Woche in unterschiedlichen Gruppen.

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Der Reitunterricht findet an allen Wochentagen morgens, nachmittags und abends statt. Reitkurse für Kinder und Erwachsene mit unterschiedlichem Leistungsstand, Dressurstunden, Gymnastik- und Parcoursspringen, Geländetraining mit und ohne Sprünge sowie geführte Ausritte geben Aufschluss über die vielfältigen Möglichkeiten. Durch Schul-Ags erhalten Kinder, die normalerweise keine Möglichkeit zum Reiten haben, Gelegenheit, den Umgang mit Pferden zu erlernen und Verantwortung zu übernehmen. Menschen, die nach langer Reitabstinenz einen neuen Versuch wagen, sind in Wiedereinsteigerkursen bestens aufgehoben und ebenso wird dem „Ü“ – Trend Rechnung getragen beim Ü 30 oder 40+ Reiten. ausritt--30-v-22 04 08-002
Auch der gesundheitliche Aspekt kommt in der RFO nicht zu kurz. Beim Reiten als Gesundheitssport können Jung und Alt ihre Rücken- und Haltungsprobleme auf dem Pferderücken auskurieren. Und wer auf das Glück der Erde auch am Sonntag nicht verzichten will, genießt das schöne Wetter bei einem Ausritt oder vergisst seine Sorgen beim Musikreiten. reiten-als-gesundheitssport

Dem Behindertenreitsport kommt seit der Vereinsgründung eine ganz besondere Bedeutung zu. Andreas Hunger ist Landesbeauftragter des Kuratoriums für therapeutisches Reiten in Weser/Ems. Daher hat
die Arbeit mit geistig und körperlich behinderten sowie verhaltensauffälligen Jugendlichen und Erwachsenen einen besonderen Stellenwert in der RFO. Kinder und Jugendliche, die ambulant oder stationär in therapeutischer Behandlung sind, können regelmäßig Freundschaft mit dem Partner Pferd schließen und einmal pro Woche trifft sich eine Gruppe von Jugendlichen und Erwachsenen zum Reiten als Sport für Behinderte. Das breite Spektrum des Reitangebots findet seinen Niederschlag in den zahlreichen Veranstaltungen, die die RFO das ganze Jahr hindurch organisiert. Ein 40+ Springturnier, ein Cup-Turnier, ein Dressur- und Springturnier im Frühjahr, Schulpferde- und Spaßturniere, das bei allen Vereinsmitgliedern beliebte Pfingstzeltlager im ca. 28 km entfernten Dötlingen, das wahlweise hoch zu Ross oder Stahlross erreicht wird, der Behindertenreitertag, die Herbstjagd, die hinter der Meute im springenden oder nicht springenden Feld geritten wird, die Mitwirkung beim Oldenburger Pferdemarkt und der Messe „Mein Tier“, ein Tag der offenen Tür, die Vereinskohlfahrt, das Weihnachtsreiten und unterschiedlichste Zusammenkünfte, bei denen Jugendliche und Erwachsene, Vorstand und Vereinsmitglieder zukünftige Ereignisse miteinander planen, lassen erkennen, dass das Reiten als Breitensport in der RFO gelebt wird.

von Dr. Beate Hunger
28.09.2009

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